Topfschlagen – Das Spiel des Lebens

Kennst Du noch das Spiel Topfschlagen? Dir werden die Augen verbunden und Du versuchst auf allen vieren, mit einem Kochlöffel einen Topf zu finden, unter dem sich eine Süßigkeit befindet. Deine Freunde helfen Dir dabei, indem sie Dich durch Ansagen wie „kälter“, oder „wärmer“ in die richtige Richtung leiten. Früher hat das Spiel unglaublich viel Spaß gemacht und man hatte Freude daran, blind nach etwas zu suchen. Unter anderem auch, weil man Freunde hatte, denen man vertraute, dass sie Dich in Deinem Weg unterstützen.

Dieses Spiel lässt sich sehr gut auf unsere heutige Gesellschaft übertragen. Wir laufen oft orientierungslos mit verbundenen Augen durch das Leben, in der Hoffnung irgendwann auf einen Schatz, sei es Geld, ein neues Auto, Liebe, Glück etc. zu stoßen. Statt von Freunden wird der Weg bei diesem Spiel von Konventionen, Regeln und den verschiedenen Regierungsorganen vorgeschrieben. Wir lassen uns oft von diesen leiten und vertrauen ihnen blind und sind überzeugt, dass sie uns in die richtige Richtung führen werden. Wir werden demnach fremdbestimmt.

Ist es jedoch nicht besser und sinnvoller die Augenbinde abzunehmen, sich umzuschauen und seinen eigenen Weg – zu seinem eigenen Topf – zu finden?

„Ändere den Weg, aber niemals das Ziel“, heißt es so schön. Aber was ist, wenn man das Ziel nicht kennt, oder es wie in diesem Beispiel nicht sieht, weil einem die Augen verbunden sind? Wie lässt sich der eigene Weg finden, wenn man irregeführt wird und in die Fußstapfen der anderen tritt?

Nimm die Augenbinde ab, schau Dich um und überlege, welcher Weg der sinnvollste für Dich ist und gehe ihn auch. Hinterfrage, ob der Weg, der Dir vorgeschrieben wird, DEIN Weg ist, oder Du Dein Glück doch in etwas anderem siehst. Es ist in Ordnung, Vorschriften zu hinterfragen und sich auch mal gegen den Strom zu stellen.  Wenn Du dadurch Dein persönliches Ziel, Dein „Warum“ findest, ist es das wert. Lass dich nicht von Deinem Weg abbringen. Du wirst ihn nicht allein gehen, da es immer Menschen gibt, die Deine Meinung, oder auch Einstellung teilen und sich Dir anschließen, oder Dich in Deinem Werdegang unterstützen. Das sind die wahren Freunde, die Dich durch Ansagen wie „wärmer“ an Dein Ziel bringen. Es kann auch mal vorkommen, dass ein Weg möglicherweise wie eine Sackgasse scheint. Aber auch hier wirst Du immer eine kleine Gasse oder eine versteckte Kreuzung finden, die Dich zurückführen wird.

Ich verstehe es, wenn Du sagst, dass es bei den ganzen Informationen, die man bereitgestellt bekommt, schwierig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und auch leichter, einfach den vorgeschriebenen Weg, oder den Weg der andern zu gehen. Versuch Dich aber immer wieder daran zu erinnern, dass der leichteste Weg nicht immer der Beste Weg für Dich ist.

Hier eine kleine Geschichte, die diese Aussage bestätigt. Vielleicht kennst Du Sie auch schon, die Geschichte der Schmetterlingspuppe. Eines Morgens hat ein Mann eine Schmetterlingspuppe entdeckt, aus der gerade ein junger Schmetterling dabei ist zu schlüpfen. Dieser Prozess ist sehr schwieriger und schmerzhaft für das Insekt, weil es mit seiner eigenen Kraft aus einer kleinen Öffnung des Kokons herauskrabbeln muss. Der Mann bekam Mitleid mit dem Schmetterling und wollte ihm helfen. Er nahm eine Schere zur Hand und öffnete den Kokon ein wenig mehr. Als der Schmetterling sich schließlich entpuppte, musst du der Mann zu seinem Entsetzten feststellen, dass der Schmetterling nicht fliegen konnte. Später erst erfuhr er, dass es seine Schuld war, dass der Schmetterling nicht fliegen kann, weil das eigenständige Schlüpfen aus dem Kokon maßgeblich für die Ausbildung der Flügel des Schmetterlings ist.

Diese Geschichte zeigt schön, dass es möglicherweise Hindernisse, oder manch andere Schwierigkeiten auf Deinem Weg geben wird, aber es sich langfristig lohnt Fleiß und Geduld aufzubringen und ihn trotzdem zu gehen.

Habe Mut und öffne Deine Augen und Dein Herz. Du wirst feststellen, dass sich Dir viele Wege öffnen!

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