Stress Teil 3 – Wie kann ich mit Stress umgehen

In diesem Beitrag möchte ich Dir einige Tipps geben, wie Du mit emotionalem Stress und sich daraus entwickelnden Situationen umgehen kannst. Siehe auch Teil 2: Stress – Alles passiert im Kopf. Diese Tipps lassen sich problemlos in Deinen Alltag einbauen und umsetzen:

1. Nimm die Situation wahr, ohne sie zu bewerten

Der erste Schritt ist immer, eine Situation bewusst wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Anfangs kann uns das schwer fallen, weil wir es nicht gewohnt sind und unser Unterbewusstsein sofort Impulse und eine Bewertung sendet. Damit wir künftig Situationen bewusster wahrnehmen können, lassen sich Achtsamkeitsübungen in unseren Alltag (folgt in Stress Teil 4 – Kleine Übungen für den Alltag) einfach integrieren.

2. Achte auf Deinen Atem

Ein Zeichen von Stress ist häufig flacher, schneller Atem. Durch einige bewusste tiefe Atemzüge (3-5) in den Bauchraum signalisierst Du Deinem Organismus, dass Du in Sicherheit bist und reduzierst somit bereits die Ausschüttung von Stresshormonen. Dadurch erhält Dein Gehirn wieder ausreichend Sauerstoff und Du kommst wieder in Dein Bewusstsein.

3. Nimm Dir Zeit für Deine Reaktion

Sich für seine Reaktion etwas Zeit zu nehmen und nicht gleich impulsiv ‚zurückzuschlagen‘ ist immer der bessere Weg. Geh Dir einen Kaffee oder Tee holen. Ziehe Dich kurz zurück und komme in einen ruhigeren Gefühlszustand. Auch hier hilft Dir wieder das Atmen und die sachliche Betrachtung der Situation.

Du magst jetzt sagen: „Bei einer E-Mail mag das ja ok sein, da muss ich nicht sofort reagieren. Doch bei einem persönlichen Gespräch oder Telefonat geht das nicht.“

Das ist schon richtig. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, etwas Zeit zu gewinnen.

So kannst Du z.B. den Inhalt des Gesprächs als Frage wiederholen, indem Du sagst: „Du/Sie meinst/meinen also, dass … (hier kommt dann der Punkt, über den Du Dich aufgeregt hast). Habe ich das so richtig verstanden?“

Mit dieser Frage werden 2 Dinge in Bewegung gesetzt:

  • Erstens, Du erhältst eine Bestätigung von Deinem Gegenüber, dass er/sie das auch so gemeint hat wie Du es verstanden hast. Oder die Info, dass Du das Ganze falsch verstanden oder aufgefasst hast.
  • Zweitens wird Dein Gegenüber reagieren und Du gewinnst somit etwas Zeit für Deine Reaktion.

Du kann auch offen sagen: „Das, was Du/Sie gerade gesagt hast/haben, kann ich nicht sofort kommentieren. Das habe ich so noch gar nicht gesehen. Dazu muss ich mir zuerst einmal Gedanken machen. Ich melde mich später bei Dir/Ihnen.“ Auch hiermit gewinnst Du Zeit, um sachlich zu reagieren.

Vielleicht überrascht Dein Verhalten auch Dein Gegenüber und er/sie kommt selber ins Nachdenken über die eigene Reaktion.

Jeder von uns lebt in seiner eigenen Welt

Jeder von uns wurde durch andere Erfahrungen, Gefühle und Emotionen geprägt. Somit sind auch die Synapsen in jedem Gehirn anders verschaltet. Das bedeutet auch, dass wir auf bestimmte Reize und Impulse nicht immer identisch reagieren.

Ein kurzes Beispiel: In einer Meditation habe ich das Beispiel eines ruhigen Bachlaufs im Wald verwendet, um die Meditationsteilnehmer in einen Zustand der Ruhe und Entspannung zu versetzen. Bei allen außer einer Person hat das auch bestens funktioniert. Diese Person wurde bei diesem Beispiel unruhig und konnte sich nicht entspannen. Warum war das so? Als ich diese Person nach der Meditation in einem persönlichen Gespräch darauf angesprochen habe, erzählte sie mir, dass sie als Kind in einen solchen Bach gefallen und beinahe ertrunken ist. Spannend war, dass sie sich erst in dem Moment der Meditation wieder an diese Situation erinnert hat. Und somit ist das Beispiel des ruhigen Bachlaufs für sie alles andere als entspannend.

Solche Beispiele oder einfach nur der Fact, dass man einen schlechten Tag hat oder eine schlechte Nachricht erhalten hat, können schon dazu führen plötzlich anders zu reagieren als gewohnt. Diese oder ähnliche Beispiele kennen wir sicherlich alle.

Aus diesem Grund ist es immer von Vorteil, wenn wir solche Möglichkeiten bei der Bewertung von Situationen in Betracht ziehen und unsere Reaktionen bewusst und ohne Wertung sachlich treffen.

Das verlangt von uns das ab, was wir uns auch von anderen erwarten. Nämlich Toleranz, Respekt und Mitgefühl.

Wie würden wohl unsere Welt aussehen, wenn wir alle so agieren?

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